cookasa-Gründer André Wollin: „Unsere Frage war: Wie können wir kochen lernen?“

Über 7.000 Mitglieder tummeln sich mittlerweile auf der Plattform „cookasa“, immer auf der Suche nach dem nächsten Koch-Event. Gut 700 von ihnen kommen aus Bremen. Kein Wunder: Auch einer der Gründer, André Wollin, lebt in der Hansestadt. startups-bremen.de hat mit ihm gesprochen.

 

André, in einem Satz: Was ist Eure Geschäftsidee?

Kochen mit fremden Menschen in fremden Küchen und dabei jede Menge Spaß haben. Wobei eigentlich am Anfang gar nicht die Frage nach einer Geschäftsidee stand …

Sondern?

Unsere Frage war: Wie können wir kochen lernen? Da kam meinem Mitgründer Kersten die Idee zu cookasa, und nach und nach ist das dann entstanden. Noch sind wir zu klein, um davon zu leben; wir erfreuen uns aber daran und kochen auch selber mit. Wenn cookasa größer wird, setzen wir die Finanzierungsideen um, die wir damals im BRUT-Programm entwickelt haben. Wir sind zum Beispiel schon in Kontakt mit Akteuren aus der Kochartikel-Branche gewesen, aber dabei wäre immer nur ein Taschengeld herausgesprungen – wir wollen uns nicht unter Wert verkaufen!

Momentan ist es so, dass die Teilnehmer nach einem Koch-Event eine Mail bekommen: „Wenn es Dir gefallen hat, überweise uns gern etwas.“ Das reicht für die laufenden Kosten und ein kleines bisschen  bleibt auch darüber hinaus noch übrig.

Was war die größte Herausforderung für Euch als Gründer bisher – und was der größte Glücksmoment?

Die größte Herausforderung: Die Plattform aufzubauen hat viel länger gedauert als wir dachten … Wir haben alles selber gemacht; eine User-Story entwickelt, viele Varianten gezeichnet, viele wieder verworfen, das war wirklich nervenaufreibend. Ganz am Ende hatten wir noch einen groben Fehler drin, nach dem wir dann noch zwei Wochen lang gesucht haben, bis wir im Herbst 2013 online gegangen sind.

Und Glücksmoment: Klar, als wir online gingen – aber noch mehr, als sich die ersten „richtigen“ Leute angemeldet haben, also Unbekannte. Vorher haben wir cookasa mit Freunden getestet, aber plötzlich haben sich Leute angemeldet, die wir nicht kannten. Wir haben ständig die Datenbank überprüft, die Teilnehmer-Zahl beobachtet und uns ziemlich gefreut.

Träum‘ mal: Wo steht Ihr in zehn Jahren mit cookasa?

Wir haben 1.000.000 Nutzer und sind gut etabliert. cookasa ist eine bekannte Größe, wenn es darum geht, Leute kennenzulernen. Denn darum geht es eigentlich bei cookasa: Menschen kennenlernen – nicht kochen lernen, wie bei uns am Anfang. Wenn man in eine neue Stadt kommt, ist es sehr zeitaufwendig, in Kontakt zu kommen Mit cookasa muss man nur drei Klicks machen und es kann losgehen.

Was ist Dein Tipp für Startup-Gründer?

Durchhalten, nicht aufgeben, dranbleiben! Wir hatten und haben auch „alles-ist-Scheiße“-Phasen. Drei, vier Jahre basteln wir mittlerweile an cookasa, wir haben 7.000 Mitglieder und fragen uns: Warum sind es nicht schon längst mehr? In der heutigen Zeit geht es viel um unmittelbaren Erfolg, wir sind da ein bisschen verblendet durch die ständige Reizüberflutung. Langfristig auf etwas hinarbeiten, durchhalten, Rückschläge einstecken, das sind Dinge, die da verloren gehen. Aber genau das braucht es!

Vielen Dank für das Gespräch!

www.cookasa.com

 

— Am 2.Juni veranstalten André Wollin & Team mit „Geschüttelt, nicht gerührt XXL“ den ersten Bremer Startup-Kongress. Mehr Infos hier: https://startups-bremen.de/events/startup-bremen-10-0-xxl/