Startup Vitapio: IT-Berater und Unternehmen zusammenbringen

„Aufgeben ist nicht so meins“, sagt der Bremer Muhammed Bagriacik. Dass man in der Branche glaubte, seine Idee sei technologisch nicht umsetzbar, hielt ihn deshalb nicht auf. „Ich denke immer, dann muss es eben einen anderen Weg geben.“

Als Kind hat er mit dieser Einstellung sein Asthma „und so zehn, fünfzehn Allergien gegen alles Mögliche“ besiegt. „Lass den Jungen mal machen“, sagte der Arzt damals, als Bagriacik einfach nicht akzeptieren wollte, dass er beim Fußballspielen nach fünf Metern Laufen bereits Atemnot bekam. Diesen Kampfgeist hat Bagriacik sich bewahrt – und gründet mit Vitapio gerade sein drittes Unternehmen in Bremen.

 

Papierberge und Zeit sparen

Am 1. September 2017 wird Vitapio an den Markt gehen: ein Portal, das als Schnittstelle zwischen IT-Beratern und Unternehmen fungiert – und jede Menge Zeit spart. Denn wenn ein Unternehmen IT-Berater für ein Projekt sucht, bedeutet das kurioserweise erstmal eins: Papierberge. „Mein gesamtes Profil hat fünfzehn Seiten“, erklärt Muhammed Bagriacik. Seit über zehn Jahren berät er IT-Unternehmen. Für jede Projekt-Anfrage muss er seinen Lebenslauf individuell zusammenstellen, die passenden Schwerpunkte setzen und Kompetenzen hervorheben. Manuell, in einem Word-Dokument. Gut sieben Arbeitstage eines IT-Beraters fließen jährlich in diese Arbeit, hat er errechnet. Mit seinem Startup „Vitapio“ will er dieser Zeitverschwendung nun den Garaus machen.

„Statt in drei Stunden kann ich über Vitapio mit wenigen Minuten meinen Lebenslauf passend zur Anfrage zusammenstellen“, erläutert er. Einmal eingepflegt, werden die Daten dann passgenau ausgespielt. „Projekterfahrungen, Tools, Kompetenzen – ein Berufsleben in Daten gefasst ist dicht und vielschichtig, sodass sich bisher niemand vorstellen konnte, dies alles durch eine Software abzubilden. Aber mit viel Gehirnschmalz ist uns das jetzt gelungen“, so Bagriacik.

Einblick ins System: Das Dashboard von Vitapio

Neben den IT-Beratern profitieren auch Unternehmen enorm, denn die Vitapio-Profile ermöglichen eine direkte Vergleichbarkeit. „Wir wollen den Markt positiv beschleunigen, indem wir Zeit sparen“, fasst Bagriacik zusammen. Unterschiedlich große Pakete hat er für Unternehmen geschnürt, für IT-Experten ist die Basisversion kostenlos.

 

Neue Lösungen gern gesehen

Vitapio, eine Wortschöpfung aus „vita“ für Lebenslauf und „pio“ für „Pioniere“, ist Bagriaciks dritte Gründung. Mit Fesma Solutions ist er bereits seit 2016 unterwegs, parallel entsteht gerade eine Webagentur. „Vitapio hat sich aus meinem persönlichen Bedarf heraus entwickelt“, so der langjährige IT- und Managementberater. „Ich sehe mich als Person, die nicht im, sondern am Unternehmen arbeitet.“ Das bedeutet: Neue Lösungen sind mehr als gern gesehen. „Dass in den nächsten Jahren noch weitere Startups entstehen, kann ich deshalb nicht ausschließen“, ergänzt er schmunzelnd. Vielleicht auch aufbauend auf Vitapio: „Wir starten mit dem Bereich IT, weil ich aus dem Markt komme – das System, das wir entwickelt haben, ist aber global ausweitbar. Wir haben da schon einige Ideen.“

 

„Wir wollen den Markt positiv beschleunigen, indem wir Zeit sparen.“ Muhammed Bagriacik

 

Wachstum am Wasser

Bei seinen Zukunftsplänen baut Muhammed Bagriacik auf die richtigen Mitarbeiter. Auf 15 Personen ist das Team im letzten halben Jahr gewachsen. „Meine Angestellten müssen in ihren Kompetenzbereichen wesentlich besser sein als ich“, so seine Überzeugung. „Nur dann können sie das Unternehmen voranbringen.“ Die Räumlichkeiten im Coworking-Space „weserwork“ in der Bremer Überseestadt kommen bei so viel Wachstum gerade an ihre Grenzen. Für das neue Zuhause seines Startups hat er jedoch einen Wunsch: „Am Wasser, da würde ich schon gern bleiben.“

 

Zur Website von Vitapio

 

 

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