GreenBoats: Revolution mit Flachs und Kork

Die Bremer Werft GreenBoats baut aus nachwachsenden Rohstoffen und ist damit die erste nachhaltig orientierte Werft Deutschlands. Dafür gab es bereits den „Bremer Umweltpreis“.

Bremen goes START Haus!

Zur Pressemeldung

 

Gründungswoche Bremen/Bremerhaven

Einhörner oder Zebras? Gründung 4.0? How to überzeug die Crowd? Das Themen-Spektrum der Bremer und Bremerhavener Gründungswoche ist weit – und vor allem spannend! Sie findet als Teil der internationalen Global Entrepreneurship Week vom 6.-21.11. statt.

In der berühmten nutshell formuliert, will die Gründungswoche mit ihrem bunten Veranstaltungsprogramm dazu beitragen, innovative und kreative Ideen umzusetzen und über die berufliche Selbständigkeit oder auch Startup-Gründung zu informieren. Werdet Teil dieser internationalen Bewegung und lasst die Welt an weiteren Innovationen, die den Stempel „Freie Hansestadt Bremen“ tragen, teilhaben!

Los geht es mit „Powerfrauen pitchen: Das Wichtigste in 60 Sekunden“ bereits am 08.11.2017. Das GNGX – Startup Festival bildet dann am 10.11. den offiziellen Auftakt für die Gründungswoche Bremen/Bremerhaven.

Weitere Highlights: Am 14.11. diskutiert Bremerhaven darüber, wie es die „Stadt der Digital Natives“ werden und in Bremen geht es beim i2b um „Gründung 4.0 – Zukunft in Bremen gestalten“.

Am Mittwoch lädt der Crowdfunding-Sprechtag ein zu erfahren, wie man die Crowd von der eigenen Idee überzeugt. Am Abend könnt ihr bei der 6. Startup-Lounge 2017 in Bremerhaven UnternehmerInnen treffen und euch vernetzen.

Donnerstag stellen sich Startup-Gründer/innen den Gründungsinteressierten vor, abends wird im kraftwerk die SmartTechTrophy 2017 verliehen.

Am Freitag geht es auf die „KLUB REISE #4 – Der Schnee von morgen“, wo wir gemeinsam Morgenluft schnuppern und Ideen kennenlernen, die so frisch aus der Denkfabrik kommen, dass man sich noch fast schon die Finger daran verbrennt.

In der letzten Woche geht es zum Beispiel um Gründen mit Sinn – „Für mehr Zebras statt Einhörner“ plädiert die Hilfswerft.  

 

Alle Veranstaltungen in der Übersicht findet ihr bei begin24 oder auf der Seite der Gründerwoche Deutschland.

Bremens beste Startup-Ideen prämiert: Preisverleihung für Gewinner des Ideenwettbewerbs CAMPUSiDEEN

Erste Plätze für HyperSurvey zur intelligenten Analyse des Meeresbodens sowie Eldar Deal, die clevere Kombination von Online-Werbevideos mit Rabattgutscheinen

Mehr als nur gute Ideen hatten die Gewinner des diesjährigen CAMPUSiDEEN-Wettbewerbs. Mit ihren sowohl innovativen als auch wirtschaftlich durchdachten Startup-Konzepten konnten sie sich aus insgesamt knapp 40 Einreichungen hervorheben. Den ersten Platz in der Kategorie „Geschäftsideen“ belegten Joost de Haan, Raja Kandukuri und Guy Rigot mit HyperSurvey, dem Rundumpaket, Daten des Meeresbodens schnell zu erheben, auszuwerten und nach individuellen Bedürfnissen darzustellen. In der Kategorie „Businesspläne“ konnten die Brüder Elias und Darius Schupp mit ihrer Idee punkten, das Anschauen von Onlinewerbevideos mit Rabattgutscheinen zu belohnen (Bild oben).

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Handelskammer wurden am 28.9. Preise im Gesamtwert von 17.000 Euro verliehen. Prämiert wurden jeweils die ersten drei Plätze in den Kategorien „Geschäftsideen“ und „Businesspläne“ sowie ein Publikumspreis in der Kategorie „Geschäftsideen“. Am Ende strahlten nicht nur die Sieger: Allen 13 Finalisten des CAMPUSiDEEN-Wettbewerbs bot die Veranstaltung die Möglichkeit, ihre Vorhaben zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und auszutauschen.

Der Wettbewerb CAMPUSiDEEN prämierte in diesem Jahr zum 15. Mal die besten Startup-Ideen der Bremer Hochschullandschaft. Durchgeführt wird der Wettbewerb von der Hochschulinitiative BRIDGE. Mit BRIDGE fördern die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, die Hochschule Bremerhaven und die Bremer Aufbau-Bank Existenzgründungen aus Hochschulen. Zu den Angeboten gehören Beratungen zum Thema Selbstständigkeit und ein Kursprogramm.

 

Die Gewinner in der Kategorie „Geschäftsideen“

Platz 1: HyperSurvey

HyperSurvey mit Ralf Stapp, Bremer Aufbau Bank BAB. (c) Harald Rehling, BRIDGE

Den mit 3000 Euro dotierten ersten Platz der Geschäftsideen belegen die Wissenschaftler Joost de Haan, Raja Kandukuri und Guy Rigot vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie mit HyperSurvey. Ausgestattet mit einer intelligenten, selbstlernenden Software kann die Unterwasserkamera HyperDiver um ein vielfaches schneller, effizienter und präziser Daten über den Meeresboden erfassen als herkömmliche Technologien. Darüber hinaus ist die Software in der Lage, Daten erstmals vollautomatisch und objektiv bis in Detail zu analysieren und sie in Form von Karten, Tabellen oder Statistiken darzustellen. Das Angebot von HyperSurvey umfasst die Vermietung und den Verkauf von HyperDiver sowie Auftragsarbeiten. Die HyperDiver-Software produziert automatisch Berichte, Karten und Gutachten der erhobenen Daten und kann diese unter komplett neuen Aspekten, auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt, aufbereiten. Mit diesem Angebot richtet sich HyperSurvey an Behörden, Nationalparks und Umweltorganisationen, Forschungseinrichtungen sowie Ingenieurbüros und private Entwickler. Der nächste Schritt für die Gewinner steht schon fest: Die Teilnahme am EXIST-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

 

Platz 2: Multicolour Extruder – 3D-Druck für jeden

Der zweite Platz und damit 1500 Euro gehen an Sebastian Haase und Fabian Duske von der Hochschule Bremen. Sie setzen mit dem Multicolor Extruder auch kleinere Unternehmen und Privatpersonen in die Lage, mehrfarbige Anschauungsobjekte oder Prototypen in 3D zu drucken. Denn aktuell ist mehrfarbiger 3D-Druck Großmaschinen im industriellen Sektor vorbehalten. Der Multicolour Extruder erweitert Desktop 3D-Drucker mit der Option, auch im niedrigen Preissegment mehrfarbige Objekte zu drucken. Dazu nutzt er ein Verfahren, durch das eine einfarbige Kunststofffaser nach Wunsch des Anwenders eingefärbt werden kann. Entstanden ist die Idee durch Häkelwolle mit Farbverläufen, so dass als Ergebnis ein vorgegebenes Motiv erscheint.

Platz 3: CamSens

Roland Blank und Heinrich Schröder, kraftwerk Bremen, (c) Harald Rehling, BRIDGE

Während der Doktorarbeit entstand die Idee zu CamSens, einem Sensorsystem, das eine kostenminimiert, vollautomatisierte Luftanalyse nahezu in Echtzeit bietet. Beauftragt mit der Analyse von Pilzsporen dachte sich Roland Blank von der Universität Bremen: „Das muss auch schneller gehen“. So baute er kurzerhand den Prototyp von CamSens. Das System untersucht die Raumluft mittels optischer Bildanalyse auf Kontamination. Der Sensor kann darüber hinaus zur stetigen Überwachung von gefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Dabei kann CamSens für alle Luftpartikel, wie Schimmelpilze, Pollen, Bakterien oder Giftstoffe eingesetzt werden. Mit den 1000 Euro Gewinn für den dritten Platz begibt sich der Mechatroniker nun erstmal auf Partnersuche: „Vertriebler oder Betriebswirtschaftler wären gut. Aber es muss auch passen. Ich suche ja keine Mitarbeiter, sondern Partner.“


 

Die Gewinner in der Kategorie „Businesspläne“

Platz 1: Eldar Deal

Die Brüder Elias und Darius Schupp waren beide genervt: Der eine davon, mit Onlinespielen viel Zeit zu vergeuden, der andere durch Onlinewerbung, ohne etwas davon zu haben. Entstanden ist daraus die Idee zu Eldar Deal. Die Online-Werbeplattform verbreitet Werbevideos und Rabattgutscheine von Onlineshops. Für jedes online angesehene Werbevideo erhalten die Konsumenten Punkte, die sie gegen einen Rabattgutschein für den jeweiligen Onlineshop einlösen können. Mit Hilfe eines „Attention Trackers“ wird sichergestellt, dass die Nutzer die Werbevideos aufmerksam und in voller Länge anschauen. Eldar Deal bietet dem Werbetreibenden somit eine innovative Plattform für die Neukundenakquise und die Reaktivierung von Bestandskunden. Denn durch die Kombination von kaufstimulierendem Werbevideo und der Belohnung durch einen Rabattgutschein erhöht sich deren Kaufwahrscheinlichkeit. Eldar Deal erhält dafür eine Verkaufsprovision, die fällig wird, wenn ein Rabattgutschein eingelöst wurde.

Platz 2: Skills

„Man hat eine Idee und merkt irgendwann, das sollte man zu Ende denken.“ So schildert Hannes Reichelt, einer der beiden Köpfe hinter Skills, den Weg zur Entwicklung der Software-Plattform. Durch diese soll Flüchtlingen der Zugang zur Arbeitswelt im Rahmen eines handwerklichen Ausbildungsberufs erleichtert werden. Den Ausbildern werden angepasste Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt, die die handwerkliche Fachsprache und allgemeine Deutschkenntnisse zum Erlernen eines Ausbildungsberufes vermitteln. Mit dem Angebot von maßgeschneidertem Online-Content können die Auszubildenden eine zeitgemäße Alternative zum traditionellen Lernen nutzen. Hannes Reichelt hat selbst lange in der arabischen Welt gelebt und unterrichtet nun Deutsch für Flüchtlinge. Daher kennt er ihre Probleme und möchte es ihnen mit Skills erleichtern, in einem fremden Land beruflich Fuß zu fassen. Mit dem Preisgeld von 2000 Euro für den zweiten Platz kommen er und sein Kollege Jakob Helbich diesem Ziel ein gutes Stück näher.

Platz 3: ShaVa – Vernetzen. Versorgen. Verbessern.

Team ShaVa, (c) Harald Rehling, BRIDGE

Den dritten Platz mit einem Preisgeld von 1000 Euro belegen Lena Gehring, Jennifer Frense, Rikea Harms, Marvin Mischke und Sabrina Osmer, eine Gruppe von Absolventinnen und Absolventen der Gesundheitswissenschaften. Dass sie so schnell mit etablierten Krankenkassen in vertraglichen Verhandlungen stehen würden, hätten sie selbst nicht vermutet. Im Rahmen eines Projekts während ihres Studiums kam ihnen die Idee, sich der Problematik des zunehmenden Hausärztemangels zu stellen und den Einsatz von Versorgungsassistenten (VA) zu optimieren. Diese übernehmen bereits Hausbesuche und andere delegierbare Aufgaben von niedergelassenen Ärzten, sind aber noch nicht optimal ausgelastet. Zur besseren Vernetzung von Hausärzten und VA entwickelten die Studierenden die Online-Applikation ShaVa. Hier können Ärzte und VA ihr Profil mit der Angabe von zu delegierenden Aufträgen bzw. Qualifikationen, Sprachen und anderweitigen Kompetenzen anlegen. Auf diese Weise können VA Aufträge von verschiedenen Ärzten erhalten und so ihre Kapazität optimal ausschöpfen. Funktionen zum individuellen Terminmanagement und zur Kommunikation zwischen Hausarzt, VA und Patient sind ebenfalls mitgedacht.

 

CAMPUSiDEEN 2017: Alle Finalisten (c) Harald Rehling, BRIDGE

Auf nach Israel! Startup-Reise geplant

Bei der Delegationsreise von BRIDGE und International Office der Universität Bremen vom 17. bis max. 25.03.2018 steht das Kennenlernen des Startup-Ecosystems in Haifa und Tel Aviv im Vordergrund. Außerdem werden die TeilnehmerInnen in den beiden Städten Inkubatoren und ausgewählte Startups kennenlernen und haben die Möglichkeit, sich zu vernetzen sowie spannende mögliche Kooperationspartner in Haifa und Tel Aviv kennenzulernen.

Auf nach Israel! Startup-Reise geplant

Delegationsreise vom 17. bis max. 25.03.2018 zum Thema Startup-Ecosystem nach Israel

 

 Bei einer Delegationsreise von BRIDGE und International Office der Universität Bremen vom 17. bis max. 25.03.2018 steht das Kennenlernen des Startup-Ecosystems in Haifa und Tel Aviv im Vordergrund. Die Reise knüpft an einen Besuch einer israelischen Startup-Delegation aus Haifa und Tel Aviv im Herbst 2016 an. Anlässlich des 30. Jahrestages der Partnerschaft Bremen/ Haifa ist für März 2018 ein Gegenbesuch mit einer Delegation geplant. Diese soll in Kooperation mit der Bürgerreise der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V. durchgeführt werden.


Neben den Strukturen des Startup-Ecosystems in Haifa und Tel Aviv werden die TeilnehmerInnen in den beiden Städten Inkubatoren und ausgewählte Startups kennenlernen. Darüber hinaus ist geplant, die Universität Haifa sowie das Technion zu besuchen. Der Hinflug ist für den 17.03.2018 angedacht und Rückflugoptionen bestehen derzeit für den 20., 22. und 25.3.2018. Bei dem späteren Abflug ist ein touristisches Programm in Kooperation mit der Bürgerreise anvisiert, so dass die Möglichkeit besteht, z.B. Haifa, Tel Aviv, Yad Vashem und Jerusalem zu besuchen.

 Startups haben die Möglichkeit, sich bei der Delegationsreise zu vernetzen sowie spannende mögliche Kooperationspartner in Haifa und Tel Aviv kennenzulernen. Die Kosten der Reise betragen insgesamt ca. 2.000 Euro.

 

Für eine erste Interessensbekundung meldet Euch bis zum 30. September 2017 bei Meike Goos, BRIDGE, Universität Bremen, meike.goos@vw.uni-bremen.de.

 

OPAL – Postforma Urnen: die Einzigartigkeit von Menschen im Design widerspiegeln

Der Bremer Designer Peter Schwartz bringt frischen Wind in die Bestattungsbranche – mit individualisierten Urnen aus dem 3D-Drucker.

Entstanden ist die Idee zufällig. „Wie kann man die Einzigartigkeit von Personen im Design von Produkten ausdrücken?“, war die Leitfrage, unter der Peter Schwartz den Prototypen der individuellen Urne formte. Einen cremefarbenen, zart schimmernden Körper mit zufälligen Ausbuchtungen. „Ich hatte nicht die Absicht, eine Urne zu machen“, so der Bremer Designer. „Glücklicherweise! Denn so konnte ich ganz frei überlegen. Auf die Idee mit dem Algorithmus wäre ich sonst nicht gekommen.“

 

Würdevolles schaffen – dem Individuum gerecht werden

Der zum Patent angemeldete Algorithmus ist das Herzstück des Startups: ein Programm, das aus Informationen aus dem Leben der Verstorbenen die individuelle Form der Urne generiert. Name, Geburtsdatum, Sterbedatum – verschiedene Daten fließen ein und machen aus der Grundform ein Unikat. Dazu kann Schwartz‘ Kundschaft aus unterschiedlichen Hölzern für Deckel und Boden wählen. Eher rund oder kantig; Birne, Esche oder Nuss: „Jede Urne ist einzigartig“, so Schwartz, „das ist das Besondere.“ Sein Ziel ist es, in der Einmaligkeit besondere Wertschätzung gegenüber dem Verstorbenen auszudrücken. „Bei der Trauerfeier geht es darum, Revue passieren zu lassen, wer die Person war. Für diesen Moment möchte ich etwas schaffen, das würdevoll ist und die Person repräsentiert.“

 

„Die Auseinandersetzung mit dem Tod wird populärer.“

 

Neue Möglichkeiten dank 3D-Druck

Damit bringt er etwas völlig Neues in die Bestattungsbranche. Denn egal ob Premium oder Low Budget, ob schlicht oder verspielt: Särge und Urnen sind vorgefertigte Massenprodukte. „Individualisierung ist ein ganz starker Trend, und den greifen wir mit OPAL – Postforma Urnen auf“, erklärt Peter Schwartz. „Außerdem ist das Thema Vorsorge im Kommen, man könnte sagen: Die Auseinandersetzung mit dem Tod wird populärer.“ Ein dritter Trend ist die zunehmende Verschiebung hin zur Feuerbestattung. Und final ist es Technologie, die das Startup möglich macht: „Die 3D-Drucker sind mittlerweile so weit, dass individuelles Produktdesign umsetzbar ist“, so der Jungunternehmer. Ring für Ring trägt der Drucker das Material auf, bis das fertige Einzelstück anschließend mit den restlichen Komponenten zu der gewünschten Urne zusammengefügt wird.

 

Innovation in einer trägen Branche

Die Resonanz auf die innovativen Produkte ist sehr positiv. Auf der Bremer Messe „Leben und Tod“ präsentierte Schwartz seine Urnen erstmals der Bestattungsbranche und nahm durchweg gutes Feedback mit nach Hause. Designer sind hier selten, insbesondere jüngere. „Allerdings ist die Branche leider etwas träge und gewöhnt sich nur langsam an Neues. Wir müssen abwarten, wie sich die positiven Rückmeldungen in Zahlen niederschlagen.“ Derzeit ist Schwartz dabei, direkte Kontakte zu den Bestattern aufzubauen und seine individualisierten Urnen dort zu platzieren. Für rund 700 Euro sind die Unikate über die Bestattungsinstitute erhältlich.

 

„Bei der Trauerfeier geht es darum, Revue passieren zu lassen, wer die Person war. Für diesen Moment möchte ich etwas schaffen, das würdevoll ist und die Person repräsentiert.“

 

Unterstützung beim Gründen

EXIST-Team Peter Schwartz und Kristina Krauss

Dass Schwartz so weit gekommen ist, ist auch den Bremer Startup-Förderstrukturen zu verdanken. Begleitet und unterstützt von der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven konnte er 2014/2015 im Rahmen des BRUT-Programms seine Geschäftsidee schärfen und den Business-Plan schreiben. Damit bewarb sich der Designer anschließend für das EXIST-Gründerstipendium – und gewann die einjährige Gründerförderung. Ein Glücksfall für Schwartz, dem schon früh klar war, dass er sich selbstständig machen würde. „Als Designer angestellt zu sein, finde ich schwierig. Ästhetik und Geschmack ist immer ein Bestandteil eines Designs und kann dann schnell im Konflikt mit den Vorstellungen des Chef-Designers stehen. Daraus ergibt sich eine Spannung, die sehr lähmend für die Produktentwicklung sein kann.“

 

Abbaubares Material – eine Gewissensfrage

Gelernt hat er auch, „Nebenprobleme“, die zunächst nicht so wichtig scheinen, direkt anzupacken. „Irgendwann fallen sie auf dich zurück und du musst sie auf die Schnelle lösen.“ So ging es Schwartz mit dem Material, aus dem die Urnen hergestellt werden. Das Produkt, das das Startup anfangs nutzte, war zwar zertifiziert abbaubar – allerdings nicht in der freien Natur, sondern in einem Bioreaktortank bei 200 Grad Celsius und in der Spanne eines Jahres. „Das ist eine Gewissensfrage“, so der Designer. „Final haben wir entschieden, das Material zu wechseln. Wenn wir das gleich am Anfang gemacht hätten, hätten wir uns viel Arbeit erspart.“

 

http://www.opal-postforma.de/

 

 

Startup Vitapio: IT-Berater und Unternehmen zusammenbringen

„Aufgeben ist nicht so meins“, sagt der Bremer Muhammed Bagriacik. Dass man in der Branche glaubte, seine Idee sei technologisch nicht umsetzbar, hielt ihn deshalb nicht auf. „Ich denke immer, dann muss es eben einen anderen Weg geben.“

Als Kind hat er mit dieser Einstellung sein Asthma „und so zehn, fünfzehn Allergien gegen alles Mögliche“ besiegt. „Lass den Jungen mal machen“, sagte der Arzt damals, als Bagriacik einfach nicht akzeptieren wollte, dass er beim Fußballspielen nach fünf Metern Laufen bereits Atemnot bekam. Diesen Kampfgeist hat Bagriacik sich bewahrt – und gründet mit Vitapio gerade sein drittes Unternehmen in Bremen.

 

Papierberge und Zeit sparen

Am 1. September 2017 wird Vitapio an den Markt gehen: ein Portal, das als Schnittstelle zwischen IT-Beratern und Unternehmen fungiert – und jede Menge Zeit spart. Denn wenn ein Unternehmen IT-Berater für ein Projekt sucht, bedeutet das kurioserweise erstmal eins: Papierberge. „Mein gesamtes Profil hat fünfzehn Seiten“, erklärt Muhammed Bagriacik. Seit über zehn Jahren berät er IT-Unternehmen. Für jede Projekt-Anfrage muss er seinen Lebenslauf individuell zusammenstellen, die passenden Schwerpunkte setzen und Kompetenzen hervorheben. Manuell, in einem Word-Dokument. Gut sieben Arbeitstage eines IT-Beraters fließen jährlich in diese Arbeit, hat er errechnet. Mit seinem Startup „Vitapio“ will er dieser Zeitverschwendung nun den Garaus machen.

„Statt in drei Stunden kann ich über Vitapio mit wenigen Minuten meinen Lebenslauf passend zur Anfrage zusammenstellen“, erläutert er. Einmal eingepflegt, werden die Daten dann passgenau ausgespielt. „Projekterfahrungen, Tools, Kompetenzen – ein Berufsleben in Daten gefasst ist dicht und vielschichtig, sodass sich bisher niemand vorstellen konnte, dies alles durch eine Software abzubilden. Aber mit viel Gehirnschmalz ist uns das jetzt gelungen“, so Bagriacik.

Einblick ins System: Das Dashboard von Vitapio

Neben den IT-Beratern profitieren auch Unternehmen enorm, denn die Vitapio-Profile ermöglichen eine direkte Vergleichbarkeit. „Wir wollen den Markt positiv beschleunigen, indem wir Zeit sparen“, fasst Bagriacik zusammen. Unterschiedlich große Pakete hat er für Unternehmen geschnürt, für IT-Experten ist die Basisversion kostenlos.

 

Neue Lösungen gern gesehen

Vitapio, eine Wortschöpfung aus „vita“ für Lebenslauf und „pio“ für „Pioniere“, ist Bagriaciks dritte Gründung. Mit Fesma Solutions ist er bereits seit 2016 unterwegs, parallel entsteht gerade eine Webagentur. „Vitapio hat sich aus meinem persönlichen Bedarf heraus entwickelt“, so der langjährige IT- und Managementberater. „Ich sehe mich als Person, die nicht im, sondern am Unternehmen arbeitet.“ Das bedeutet: Neue Lösungen sind mehr als gern gesehen. „Dass in den nächsten Jahren noch weitere Startups entstehen, kann ich deshalb nicht ausschließen“, ergänzt er schmunzelnd. Vielleicht auch aufbauend auf Vitapio: „Wir starten mit dem Bereich IT, weil ich aus dem Markt komme – das System, das wir entwickelt haben, ist aber global ausweitbar. Wir haben da schon einige Ideen.“

 

„Wir wollen den Markt positiv beschleunigen, indem wir Zeit sparen.“ Muhammed Bagriacik

 

Wachstum am Wasser

Bei seinen Zukunftsplänen baut Muhammed Bagriacik auf die richtigen Mitarbeiter. Auf 15 Personen ist das Team im letzten halben Jahr gewachsen. „Meine Angestellten müssen in ihren Kompetenzbereichen wesentlich besser sein als ich“, so seine Überzeugung. „Nur dann können sie das Unternehmen voranbringen.“ Die Räumlichkeiten im Coworking-Space „weserwork“ in der Bremer Überseestadt kommen bei so viel Wachstum gerade an ihre Grenzen. Für das neue Zuhause seines Startups hat er jedoch einen Wunsch: „Am Wasser, da würde ich schon gern bleiben.“

 

Zur Website von Vitapio

 

 

Auch interessant: Die Experten-Vermittler: Startup Interlead hilft bei Fragen rund ums Bauen, Wohnen und Sanieren

Räumlichkeiten für Gründer in Bremen

Wenn Ideen wachsen, brauchen sie Platz: für den Schreibtisch, für erste Produktionslinien, für Experimente und Inspiration – kurzum: Platz zum Ausprobieren und zum Lernen.

Je nach individuellen Bedürfnissen stehen Gründerinnen und Gründern in Bremen und Bremerhaven ganz unterschiedliche Räume zur Verfügung. Gründerzentren, Coworking-Spaces, Zwischennutzungs-Konzepte, Inkubatoren … Aber wo genau bin ich richtig aufgehoben? Eine Übersicht.

 

Coworking: Arbeiten in inspirierender Gemeinschaft

Coworking heißt: weg vom heimischen Schreibtisch, raus aus dem monotonen Austausch mit der Zimmerpflanze – hinein in die inspirierende Gemeinschaft mit Gleichgesinnten! Für Freiberufler, kleine Startups oder Selbstständige bietet Coworking die Möglichkeit, sich mit den Büro-Nachbarn auszutauschen, Feedback einzuholen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Häufig entstehen rund um Coworking auch kleinere oder größere Events.

Weitere Vorteile: geringe Mietpreise und hohe Flexibilität. Je nach Bedarf können die Mieter auch kurzfristig zusätzlichen Raum anmieten. In vielen Coworking-Spaces lassen sich zudem Dienstleistungen buchen, etwa die Vorbereitung und Vermietung von Konferenzräumen, Post- oder Telefonservices.

 

 „Coworking ist vor allem eine Arbeitskultur, die von Offenheit und Informationsaustausch geprägt ist. Die Bereitschaft, sich gegenseitig bei Problemlösungen zu unterstützen, kann sich sehr schnell auch dazu entwickeln, gemeinsam neue, kreative Ideen zu verwirklichen. Dabei ist die Ausgangssituation umso spannender, je unterschiedlicher die Branchenbereiche sind, aus denen die Akteure kommen.“ Bernhard Havermann, Geschäftsführer weserwork

 

Je nach persönlicher Vorliebe stehen in Bremen kleine bis große Coworking-Spaces in ganz unterschiedlichem Stil zur Verfügung: vom edlen Auxilium Business Center über kleine Spaces wie C-RAUM bis hin zu weserwork, dem größten Bremer Coworking-Space mit 60 Arbeitsplätzen.

Neben den klassischen Büro-Coworking-Spaces hat Bremen auch Co-Werkstätten zu bieten: Bei „Kalle“ oder im „FabLab“ bauen und basteln Gründer und Tüftler  – und die Kulturküche ist der perfekte Ort, um kulinarische Produktionslinien zu testen und zu etablieren.

Eine Übersicht über die Bremer Coworking-Spaces

(c) WFB, Anne Enderle

 

 

Technologie- und Gründerzentren: Von der Garage zum Weltkonzern

„Wir bieten etwas an, was für viele Unternehmungen, für die ein Arbeitsplatz in einem Coworking-Space nicht infrage kommt, durchaus sinnvoll ist“, erklärt Brigitte Klesse, Center-Managerin der Bremischen Technologie- und Gründerzentren. Damit meint sie insbesondere innovative und technologieorientierte Gründer, aber auch Ausgründungen aus Instituten und Hochschulen, die sich in unmittelbarer Nähe der Technologie- und Gründerzentren befinden.

Je nach Bedarf stehen auch hier kleine, flexibel gestaltbare Büros zu moderaten Preisen zur Verfügung – aber auch Produktions- und Fertigungsflächen sowie moderne Laboreinheiten. Ein großes Plus ist zudem die praktische Unterstützung: Die Gründerzentren sind eng mit der lokalen Wirtschaftsförderung verknüpft, sodass die Mieter etwa deren Beratung zu Förderprogrammen, zu Finanzierungsfragen und Mentoring in Anspruch nehmen können.

Die Bremer und Bremerhavener Technologie- und Gründerzentren bieten zudem, ähnlich den Coworking-Spaces, die Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur an: Empfang, Telefon-, Sekretariats- und Postservice etwa, aber auch regelmäßige Veranstaltungen.

 

Zwischennutzungen und Pop-up-Stores: just try it!

Einfach mal ausprobieren – das ist der Leitgedanke bei Zwischennutzungs-Konzepten. Denn viele Gründungswillige trauen sich nicht, den kostenintensiven Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.  Leerstehende, häufig ungewöhnliche Immobilien werden hierbei zur Experimentierwiese für Existenzgründer. Sehr günstige Mieten und kurze Kündigungsfristen stehen dabei einem absehbaren Ende der Zwischennutzung über kurz oder lang gegenüber.

Die ZwischenZeitZentrale (ZZZ) koordiniert Zwischennutzungen in Bremen. Auf ihrer Website findet sich ein Überblick über die aktuellen Projekte. Darunter sind immer wieder auch Flächen für Pop-up-Stores zu finden. Derzeit können Jungunternehmer zum Beispiel im Bremer citylab ihre Shop-Idee mitten in der Innenstadt testen. Speziell für den Stadtteil Gröpelingen bietet „Gröpelingen Marketing e.V.“ einen Pop-up-Markstand zum Verleih an.

 

Inkubatoren und Acceleratoren: Geschäftsideen reifen lassen

Besondere Orte für Startups. Hier werden Geschäftsideen ausgebrütet („incubate“) oder beschleunigt („accelerate“): Inkubatoren und Acceleratoren stellen nicht nur Raum zur Verfügung, sondern unterstützen die Gründer auch finanziell, mit Mentoring oder der Zusammenarbeit mit etablierten Partnern. Die Plätze werden ausgeschrieben und/oder über Bewerbungsverfahren vergeben. Meist werden sie von großen Unternehmen betrieben. „Das bedeutet: Die Geschäftsidee muss zum Inkubator bzw. Accelerator passen“, erklärt Sabine Fahrenholz, Event- und Community-Managerin im kraftwerk-city accelerator. Für das von den Industrie-Partnern swb, EWE und Mercedes-Benz Werk Bremen getragene Programm meint das: Eine Idee für die Stadt von morgen. Im zweiten privaten Bremer Inkubator, team neusta, sind IT-Geschäftsideen gut aufgehoben.

Deutlich breiter ist das inhaltliche Spektrum bei BRUT, dem Inkubator des Landes Bremen. Auch hier erhalten werdende Gründer u.a. intensive Schulungen, Coaching und bei Bedarf Raum für ihre Geschäftsidee.

Der Bewerbungsschluss für den nächsten BRUT-Jahrgang ist der 31. August 2017!

 

Räume für Gründer in Bremen als Auflistung

 

 

Auch interessant: Finanzierungsmöglichkeiten für Startups in Bremen

Yummy organics: Mit BRUT auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Der Dschungel von Sri Lanka hat eine dufte Idee in Laura Brandt geweckt: „YUMMY organics“ ist der erste Onlineshop für fair gehandelte Gewürze, bei dem die Kunden den Preis selbst bestimmen können – und direkt über die Auswirkungen informiert werden. Über einen interaktiven Schiebe-Regler sieht der Kunde unmittelbar, welcher Preis welche Folgen nach sich zieht.

Auf ihrem Blog nimmt die Jungunternehmerin die Leser mit auf ihren Weg hin zum „richtigen“ Startup. Dabei schreibt sie längst nicht nur von Formularen und Businessplänen, Laura gibt auch Einblick in die Bremische Startup-Szene und die lokalen Förderprogramme für Gründer: der Auftakt beim Startup-Workout von BRIDGE, ein Seminar der Handelskammer, schließlich die Betreuung durch das BRUT-Programm. Das Probe-Mahlen der Gewürze in der Kulturküche, Inspiration beim Social Entrepreneurship-Stammtisch … Der Blog ist auch ein inspirierender Streifzug durch das Bremer Startup-Ökosystem.

 

„BRUT: Ein Jahr lang werden wir in unserer festen Gruppe von Coaches, Trainern und Beratern intensiv auf unserem Weg zum Startup begleitet und auf die Zukunft vorbereitet. Das Ganze ist kostenlos und wirklich einmalig in Bremen und umzu. Neben der Beratung erhalte ich außerdem finanzielle Fördermittel als Zuschuss – Jackpot! Damit kann ich einige wirklich wichtige Schritte angehen und mein Konzept bis zum wasserfesten Businessplan ausarbeiten.“ Laura Brandt, YUMMY organics

 

Der nächste große Schritt: eine Crowdfunding-Kampagne über das Portal „Schotterweg“. Der Projekt-Film liegt schon abspielbereit vor, am 1. September wird die Kampagne offiziell starten  und hoffentlich die finanzielle Grundlage für das Startup generieren.

Hier geht es direkt zum Blog

Wer beim Lesen auf den Geschmack kommen sollte: Der Bewerbungsschluss für den nächsten Jahrgang des BRUT-Programms ist der 31.8.2017. Und wer Laura persönlich kennenlernen möchte: Am 15.8. stellt sie beim Social Entrepreneurship-Stammtisch im Karton ihr Startup YUMMY organics vor  inklusive preview des Crowdfunding-Projekt-Films.

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